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Wegmarken -ein Skulpturenpfad in der Hellwegregion

Wegmarken - ein Skulpturenpfad in der HellwegRegion

Eine Region, die sich durch einen uralten Handelsweg definiert, benötigt seit jeher Orientierungshilfen, Meilensteine, Wegmarken. Sie helfen dem Reisenden, zeigen ihm woher er kommt, wo es hingeht und welche Alternativen es gibt. Zudem sind es Orte zum Verweilen in freier Natur; sie laden dazu ein, dem Körper Rast zu gönnen und dem Geist Erfrischung.

Westlich von Ampen befindet sich das Flurstück Am Galgen, heute einer von vielen Äckern in der Soester Börde, vor Jahrhunderten noch die Hinrichtungsstätte für die Verurteilten der Stadt Soest. Auf diesen Hintergrund bezieht sich die Stahlskulptur Galgenvögel des Amper Künstlers Fritz Risken, der in seinen Werken die reiche Soester Geschichte immer wieder aufgreift.

So stehen auch die Flügelbilder in der Tradition christlicher Altarbilder. Sie waren bis 2006 in der Alten Mühle des Klosters Paradiese zu sehen, mittels einer Stahl-Installation durch interessierte Besucher ins rechte Licht gesetzt. "Willst du drinnen die Flügelbilder bei Licht beseh'n, muss die Jungfer dem Teufel den Kopf verdreh'n" besagte die Inschrift. Die andauernde Feuchtigkeit drohte die Bilder zu beschädigen, daher konnten Sie nicht länger in der Mühle ausgestellt werden. Heute beherbergt der Künstler Fritz Risken die mehrteiligen Darstellungen in seinem Atelier, der Brunsteinkapelle in Soest. (Öffnungszeiten nach Vereinbarung, Tel. Fritz Risken 02921/60123)

Mit der Vergangenheit des Klosters Paradiese und seiner Bedeutung für das mittelalterliche Soest beschäftigt sich auch der Bronze-Apfel Erkenntnisprozess von Kord Winter, vor den Toren der historischen Hofanlage gelegen. Hier pflegten im Mittelalter die Nonnen nicht nur den erschöpften Jäger von Soest (Simplicius Simplicissimus) gesund, das renovierte Klostergelände steht auch heute im Dienste der Gesundheit. Die Symbolkraft  des Kunstwerkes hat die neuen Eigentümer der heutigen onkologischen Klinik bewogen, den Apfel zu erwerben und als Logo für ihre Zwecke zu benutzen.

Von Paradiese aus führt der Skulpturenpfad aus der flachen Soester Börde zum Haarstrang hinauf. Die gewaltige Millennium Mamma des Richard A. Cox steht an einer Stelle am Haarstrang bei Theiningsen, die eine wunderschöne Aussicht ins Land der Westfalen bietet. Der richtige Ort für diese Symbolfigur, die - im Jahr 2000 eingeweiht - für den Aufbruch ins neue Jahrtausend steht.

Das Naherholungsziel Möhnetalsperre ist Kulisse für die Wolke, aus der es bei Sonnenschein regnet. Diese Photovoltaik ­ Installation von Horst Rellecke pumpt mit Hilfe von Sonnenenergie Wasser vom Grund des Möhnesees in die Stahlwolke, aus der es dann herabregnet - bei Sonnenschein. Eine augenzwinkernde Ausseinandersetzung mit dem Lieblingsthema der Ausflügler, dem Wetter.

Auch die zweite Wegmarke von Horst Rellecke nutzt die erneuerbaren Energien, Schauplatz ist der Windpark in der Nähe von Wippringsen am Bismarckturm. Die Iluminierten Windräder, ebenfalls 2000 eingeweiht, waren über 5 Jahre lang die Wegmarke, die am weitesten zu sehen war. Ihr Impuls für zahlreiche Lichtkunstprojekte in Nah und Fern ist unübersehbar, in der Folge wurde die künstlerische Illumination ein besonderes Herausstellungsmerkmal der Kulturregion Hellweg. Der Ausfall einiger Leuchtmittel machte aufwändige Reparaturarbeiten notwendig. Angesichts der revolutionären Entwicklungen der Leuchtmitteltechnik und der damit möglichen Wartungsfreundlichkeit entwarf H. Rellecke eine spektakuläre neue Installation. Wie schon der Vorgänger, so soll auch dieses Lichtobjekt Maßstäbe für zukünftige Lichtkunstwerke setzen. Zur Realisierung arbeitet die Entwicklungsabteilung der Fa. Trilux auf Hochtouren.

Stahl ist das Material, aus dem die Wegmarken von Renate Geschke gefertigt sind. Der Imaginäre Raum in Drüggelte bezieht sich auf die rätselhafte Symbolik der Drüggelter Kapelle, einem geschichtlichen Kleinod seit Jahrhunderten. Noch weitaus älter ist die Bedeutung des Kubus, seine gleichmäßige Form liegt seit Jahrtausenden der Architektur religiöser und kultischer Stätten zugrunde.

Etwas von einer kultischen Stätte hat auch der Ring der Kraft, den Manfred Billinger auf den Haarhöhen bei Bergede installiert hat. Die acht Skulpturen bilden einen Kreis, in dessen Mitte eine Feuerstelle zum Verweilen einlädt. Im flackernden Licht kann man die Kraft förmlich spüren, die von den Skulpturen ausgeht. Auch die Himmelskörper erschließen sich eher durch das Gefühl denn durch rationelle Deutung. Dabei geben zwei Thronobjekte Hilfestellung, gut 100 Meter oberhalb der Hauptfigur platziert. Die Aufstellung der Himmelskörper erfolgte nach den Plänen des Künstlers kurz nach seinem Tod im Februar 2001. Erosionen machten eine Sicherstellung erforderlich, der Platz für die Thronobjekte wie für den kunstsinnigen Betrachter muss neu fertiggestellt werden.

Den ortstypischen Werkstoff Grünsandstein benutzt Stephen Lawson für die Skulpturengruppe Fern seh en de, die an einem wunderbaren Aussichtspunkt an der ehemaligen Kleinbahntrasse installiert wurde. Der Blick der Skulpturen wie auch ihrer Betrachter ist geprägt von Vergangenheit, Gegenwart und der Hoffnung auf die Zukunft.

 


Foto: Benedikt Ricken

Foto: Vera Drebusch

Foto: Erhard Behrens

Foto: Günther Piepenbreier

Foto:
Felix Meermann/Marian Hartwig

Foto: Tobias Kiesewalter

Foto: Tobias Thiemann

Foto: Till Haarmann

Foto: Ulrike Sasse

 
   
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